Right2Repairvon Anna Cavazzini, Grüne im EP

Genervt von Produkten, die viel zu schnell kaputt gehen oder die man nicht reparieren kann? Dann gibt es gute News aus dem Europaparlament! Letzte Woche hat der Binnenmarktausschuss die Stellungnahme der Grünen zur Kreislaufwirtschaft angenommen. Was heißt das?

Nach Verhandlungen mit den anderen Fraktionen im Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz haben wir uns auf konkrete Vorschläge für den Übergang zu einem nachhaltigeren Binnenmarkt geeinigt. Dabei haben wir richtig gute Beschlüsse gefasst um vom hohen Rohstoffverbrauch und den Müllbergen wegzukommen.
Meine fünf zentralen Aspekte erklär ich euch hier:

  • Right2Repair – Recht auf Reparatur
    Zentrale inhaltliche Forderung meiner Stellungnahme war dabei ein echtes Right2Repair – also ein Recht auf Reparatur –, das attraktiv für Verbraucher:innen ist. Das bedeutet: Verfügbarkeit von Ersatzteilen, Updates und Anleitungen für unabhängige Werkstätten und Initiativen sowie eine Garantie, die die Reparatur dem Austausch bevorzugt.
  • Digitaler Produktpass
    Wichtig ist außerdem, dass Verbraucher:innen Zugang zu allen Informationen haben. Darum wollen wir einen digitalen Produktpass für mehr Transparenz in der Lieferkette und Öko-Labels, die halten was sie versprechen. Wir Grüne werden darauf pochen, dass das auf dem Binnenmarkt verbindlich wird.
  • Nachhaltigkeitsstandards
    Nachhaltige Produktpolitik heißt aber auch: Nachhaltigkeitsstandards wie Langlebigkeit und Wiederverwertbarkeit für alle Produktgruppen zu gewährleisten. Verbraucher:innen müssen wissen, dass alles, was sie kaufen können, Mindestanforderungen an Nachhaltigkeit entspricht, beispielsweise zur Reparierbarkeit oder dem späteren Recycling.
  • Herstellerverantwortung im gesamten Lebenszyklus des Produkts
    Nachhaltigkeitsstandards dürfen nicht auf Kosten der Verbraucher:innen gehen. Es muss geprüft werden, ob die Garantie an die erwartete Lebensdauer angepasst werden kann. Wir plädieren für die direkte Herstellerverantwortung - von Produktion bis Entsorgung!
  • Re-Use in öffentlicher Beschaffung
    Grüne und Soziale Beschaffung soll sektorspezifisch gesetzgeberisch festgelegt werden. Hierzu gehört auch der Einkauf von second hand Waren. Außerdem wollen wir durch den Zerstörungsstopp unverkaufter Waren die Wiederbenutzung anregen. 

Viele Produkte sind so designt, dass sie vorzeitig kaputt gehen: Teile sind verklebt statt verschraubt oder es gibt einfach keine Updates mehr. Dieser vorzeitige Verschleiß ist schlecht für Umwelt, Klima und Ressourcen, weil Elektroschrott entsteht, den es nicht geben müsste. Außerdem ist er schlecht für den Geldbeutel, denn wir müssen öfter neu kaufen.

Wir Grüne im Europaparlament streiten dafür, dass Produkte länger haltbar und reparierbar sind. Am Montag findet dazu eine wichtige Abstimmung im Plenum statt: Wir wollen vorzeitigen Verschleiß als unlautere Geschäftspraktik definieren! Wieso genau? Das haben wir euch in einen Video hier nochmal erklärt.

Ich wünsche euch viel Spaß bei der Lektüre, bei dem Video und stehe euch bei Fragen gerne zur Verfügung.
 
Mit besten Grüßen
Anna Cavazzini