Repaircafe

rc lampe kleinRepair Cafés sind Treffen von Menschen, die gemeinsam mit anderen ihre defekten Alltagsgegenstände wie z.B. Stühle, Küchengeräte, Uhren, Computer, Telefone oder andere Elektrogeräte reparieren. Besucher bringen defekte Gegenstände von zu Hause mit und bearbeiten sie gemeinsam mit einem Fachmann oder einer Fachfrau.

Übrigens können bei Nachfrage auch Kleidungsstücke und Heimtextilien repariert werden. Eine Nähmaschine steht dafür nach Anmeldung (s.unten) zur Verfügung.

 Ziel dieser Treffen ist es, Menschen in der Nachbarschaft zusammen zu bringen und gemeinsam defekte Alltagsgegenstände zu reparieren, die sonst im Müll landen würden. Mit dem Repair Café wird gezeigt, dass Reparieren Spaß macht und oft einfach ist. Das haben sich schon viele Mitmenschen nicht zweimal sagen lassen, und die Tische im C83 sind schnell belegt. Wer sich anmeldet und bereits vorher seinen Reparaturbedarf benennt, hat bessere Chancen auf Erfolg, denn so können die Reparaturhelfer bereits passendes Werkzeug und evtl. Ersatzteile bereit halten.

von Jürgen Reuß aus: Le Monde diplomatique Nr. 10588 Dokumentation 12.12.2014 S. 1

Es wird gern und viel eingekauft in den reichen Industrieländern, doch das Gekaufte landet meist schneller auf dem Müll als gedacht. Die beiden Phänomene hängen, obwohl wir sie gewöhnlich getrennt behandeln, eng miteinander zusammen. Auf der einen Seite stellen wir uns auf bestimmte Zyklen ein, in denen Dinge neu angeschafft oder ausgetauscht werden müssen – alle drei Monate ein neues Hemd, alle zwei Jahre ein neues Handy, spätestens alle fünf ein neuer PC, mit jedem nächsten ’A‘ ein neuer ’AAAA+‘-Kühlschrank und mit jedem weiteren Superlativ das neue HD-Ultra-TV-Gerät, um die gesendete Qualität entsprechend hoch aufgelöst ansehen zu können. Modellwechsel mitzumachen ist zum vertrauten Automatismus, der Werbeslogan „Öfter mal was Neues!“ zur selbstverständlichen Alltagspraxis geworden. Deshalb fallen auf der anderen Seite immer mehr ausgemusterte Dinge an, die richtig entsorgt sein wollen.