Der Hintergrund: In einem aktuellen Interview mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa), das derzeit seinen Weg in zahlreiche Veröffentlichungen findet, hat die Verbraucherzentrale Bayern auf mögliche Risiken bei der Reparatur von bestimmten Elektrogeräten hingewiesen und Verbraucherinnen und Verbrauchern empfohlen, hierfür professionelle Reparaturbetriebe in Anspruch zu nehmen. Die Aussagen können den Eindruck erwecken, dass Reparaturen in Reparaturcafés grundsätzlich unsicher seien oder den dort tätigen Ehrenamtlichen die notwendigen fachlichen Kenntnisse fehlten. Da dies nicht der über zehnjährigen Erfahrung des Netzwerk Reparatur-Initiativen entspricht, haben wir uns hierzu direkt mit der Verbraucherzentrale Bayern ausgetauscht.

Das Gespräch war konstruktiv und folgende Sichtweise der Verbraucherzentrale Bayern wurde festgehalten:
„Wir wissen um die große fachliche Kompetenz und das langjährige Engagement in den Reparatur-Initiativen. In vielen Initiativen sind erfahrene Fachleute und handwerklich versierte Menschen aktiv, die ihr Wissen ehrenamtlich weitergeben. Sie reparieren gemeinsam mit Verbraucherinnen und Verbrauchern eine große Bandbreite von Alltagsgegenständen – selbstverständlich auch Elektrogeräte.
Die zitierten Aussagen richteten sich dabei ausdrücklich nicht gegen das Angebot oder die Arbeit von Reparaturcafés, sondern bezogen sich ausschließlich auf die geltende Rechtslage insbesondere zur Gewährleistung und zum Versicherungsschutz. Ziel war es, Verbraucherinnen und Verbraucher hierüber objektiv und transparent zu informieren, ohne damit den Wert oder die Bedeutung des Angebots von Reparaturcafés schmälern zu wollen.

Elektroreparaturen sind in Reparatur-Initiativen nicht grundsätzlich problematisch. Wo entsprechend fachkundige Ehrenamtliche tätig sind und die Grenzen der eigenen Möglichkeiten beachtet werden, können auch Elektrogeräte fachgerecht und sicher repariert werden. Die langjährige Erfahrung der Reparatur-Initiativen zeigt, dass Reparaturen dort verantwortungsvoll und mit großer Sorgfalt durchgeführt werden.

Dabei wird gemeinsam geprüft, ob und wie ein Gegenstand repariert werden kann. Wo eine Reparatur die vorhandenen Kenntnisse, Möglichkeiten oder die Ausstattung einer Initiative übersteigt, sollte davon abgesehen oder an einen geeigneten Fachbetrieb verwiesen werden. Dieses verantwortungsvolle Vorgehen gehört zur guten Praxis der Reparatur-Initiativen.

Wir möchten deshalb ausdrücklich dazu ermutigen, die wichtige Arbeit der Reparatur-Initiativen fortzusetzen und sichtbar zu machen. Die Initiativen bieten Verbraucherinnen und Verbrauchern einen niedrigschwelligen Zugang zu Reparaturwissen und praktischer Unterstützung. Damit stärken sie auch die Selbstbestimmung der Verbraucherinnen und Verbraucher.“

Abschließend möchten wir noch auf zwei weiterführende Erhebungen hinweisen, die thematisch anknüpfen:

>> Die aktuelle Studie zur Eigenreparatur vom Runden Tisch Reparatur, die u.a. das Argument thematisiert, Eigenreparaturen seien ein besonderes Sicherheits- und Haftungsrisiko und klarstellt, dass derzeit weder Versicherungsdaten noch Gerichtsentscheidungen dies belegen.

>> Die Umfrage im Netzwerk Reparatur-Initiativen vom vergangenen Jahr, in der u.a. die beruflichen Hintergründe der Reparatur-Aktiven abgefragt wurden. In den Antworten zeigte sich deutlich, dass es sich bei den Reparierenden keineswegs ausschließlich um Hobbybastler und Amateure handelt: Elektrotechnik, Ingenieurwesen und handwerkliche Berufe dominieren.